Blick auf das Angebot

„Mutationis – Bücher, die die Welt verändern“

heißt das Rahmenthema der Antiquaria 2021, die Corona-bedingt im Wesentlichen aus dem Katalog besteht. Fast alle AusstellerInnen, die im Januar 2021 in der Musikhalle ausgestellt hätten, beteiligen sich an ihm – in dem die neue, der Situation der nicht real stattfindenden Messe angepasste Regel gilt: alle Angebote können nach Erscheinen des Katalogs sofort erworben werden!

Das Rahmenthema greift „Veränderungen“ auf, Veränderungen, die unsere Geschichte und Entwicklung begleiten – und die wir gerade jetzt aktuell in der für uns unbekannten, unwirklichen Situation erfahren.

Die Bibel
Die Bibel

Die Bibel

Wem würde beim Thema „Bücher, die die Welt verändern“, nicht spontan die Bibel einfallen? Und sie ist im Angebot.

„Biblia, Das ist: Die gantze heilige Schrifft: Deudsch. Auffs new zugericht. Doct. Mart. Luth.“ heißt das Werk in zwei Bänden, die 1550 und 1551 in Wittenberg bei Hans Lufft erschienen sind.

Sie stammen aus dem Besitz des Pastors Josias Lorck (1723-1785), der in Kopenhagen wirkte und berühmt wurde, weil er rund 5000 verschiedene Exemplare des Heiligen Werks zusammengetragen hat.

6.500 Euro werden erwartet.

Kommunistisches Manifest

Als nicht minder wirksam hat sich das „Kommunistische Manifest“ erwiesen, im Dezember 1847 und Januar 1848 verfasst von Karl Marx und Friedrich Engels. Im Angebot ist eine Vorzugs-Ausgabe für 450 Euro, 1918 erschienen anläßlich des 100. Geburtstages von Karl Marx im Anzengruber-Verlag Brüder Suschitzky.

Die Entdeckung der Zelle

„Mikroskopische Untersuchungen über die Übereinstimmung in der Struktur und dem Wachsthum der Thiere und Pflanzen“ lautet ganz unspektakulär der Titel eines Buches, das 1839 im Berliner Verlag der Sand’schen Buchhandlung erschienen ist.

Geschrieben hat es der Anatom und Physiologe Theodor Schwann, der entdeckt hat, daß die Zelle die grundlegende Struktur von allen Pflanzen und Tieren ist.

Die äußerst seltene erste Ausgabe des epochalen Werks kostet 12.800 Euro.

Zelle
Die Zelle
Zellularpathologie Virchow
Zellularpathologie

Zellularpathologie

Ähnlich wegweisend ist „Die Cellularpathologie in ihrer Begründung auf physiologische und pathologische Gewebelehre“ des Arztes Rudolf Virchow, die 1858 im pathologischen Institute zu Berlin erschienen ist.

Die in rund 7 Jahren entwickelte Zellularpathologie ersetzte die seit der Antike geltende Humoralpathologie und bewirkte damit eine umfassende Umwälzung in der Vorstellung von Krankheit.

Das Grundlagenwerk soll 2.200 Euro einspielen.

 

Kontinentalverschiebung

1912 veröffentlichte der Polar- und Geowissenschaftler Alfred
Wegener seine Theorie der Kontinentalverschiebung. Demnach verbleiben die Kontinente nicht an der gleichen Stelle, sondern bewegen sich über die Erdoberfläche.

Vor rund 250 Millionen Jahren, im Zeitalter Perm, gab es nach Wegener nur
einen großen Kontinent «Pangäa». Dieser zerbrach in mehreren Schritten in Einzelkontinente, und es entstanden die heutigen Ozeane und Kontinente.

„Die Entstehung der Kontinente“ erschien in Petermanns Mitteilungen aus Justus Perthes’ Geographischer Anstalt (950 Euro).

Kontinentalverschiebung
Kontinentalverschiebung

Weitere Bücher zum Thema werden – deutlich erkennbar ausgezeichnet – im Katalog angeboten.

Schmetterlinge
Schmetterlinge

Schmetterlinge

Auf 491 prächtig kolorierten Kupfertafeln von J. Hübner sind exotische Schmetterlinge zu sehen – eines der schönsten und seltensten Schmetterlingswerke.

Verlegt hat sie Geyer in Augsburg zwischen 1806 und 1894.

18.500 Euro sind angesetzt.

Hegels Phänomenologie des Geistes

Das „System der Wissenschaft. Erster Theil:

Die Phänomenologie des Geistes“ zählt zu Hegels Hauptwerken und ist – neben Kants der Kritik der reinen Vernunft – wohl das wichtigste Werk der abendländischen Geistesgeschichte.

Erstmals erschien es 1807 bei Goebhardt.

8.000 Euro soll der seltene Pappband der Zeit erbringen.

Hegel
Hegel
Nicaragua
Nicaragua

Nicaragua

Der US-Amerikaner William Walker (1824–1860) erobert mit seiner Söldnertruppe Nicaragua und ruft sich 1856 zum Präsidenten des Landes aus.

William V. Wells hat „Walker’s Expedition nach Nicaragua und der centralamerikanische Krieg nebst der vollständigen diplomatischen Correspondenz“ dokumentiert.

Erschienen ist das Werk erstmals in Deutsch 1857 im Braunschweiger Verlag der Schulbuchhandlung (480 Euro).

Madame Bovary

Die erste Ausgabe der vollständigen Romanausgabe von Gustave Flauberts „Madame Bovary. Moeurs de Province“, erschienen 1857 bei Michel Levy in Paris, ist ein Hingucker:

ein prachtvoller, geglätteter brauner Maroquineinband mit goldgeprägtem Rückentitel, Rücken- und reicher Deckelvergoldung sowie Steh- und breiter Innenkantenvergoldung.

Das unbeschnittene und somit breitrandige Exemplar von bester Erhaltung hat seinen Preis: 4.500 Euro.

Madame Bovary

Buchhandelskatalog

1676 erschien in Lyon ein Buchhandelskatalog mit einigen tausend lieferbaren Büchern. Sortiert sind die Titel nach den Themen Theologie, Jura, Medizin, Geschichte, Philosophie und Politik, es folgen zwei Kapitel mit italienischen bzw. spanischen Titeln – ein Rarissimum der Buchhandelsgeschichte (900 Euro).

Die Gestaltende Frau
Die Gestaltende Frau

Die gestaltende Frau

„Die gestaltende Frau“ hieß eine Ausstellung, die im Oktober und November 1930 in Berlin zu sehen war, organisiert vom Staatsbürgerinnen-Verband.

Den zugehörigen Katalog verlegte das Kaufhaus Wertheim, und verzeichnet sind ausschließlich Arbeiten von Frauen aus allen gestaltenden Bereichen.

249 Werke sind dokumentiert, die u.a. von Anni Albers, Lore Feininger, Ilse Fehling-Witting, Tom Freud-Seidmann, Ruth Hildegard Geyer-Raack und Lotte Laserstein stammen.

(250 Euro).